Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Innenhof des Biologicums am Weinbergcampus in Halle

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Prof. Dr. Dan Rujescu

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Julius-Kühn-Str.7
06112 Halle/Saale

Telefon: +49 345 557-3611 bzw. 3651
Fax: +49 345 557-3607

E-Mail:

Funktionen

Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Halle-Wittenberg

Co-PI des Zentrums Halle der Nationalen Kohorte

Leitung des Bündnisses gegen Depression Halle/Sachsen-Anhalt

Leiter des Referates “Genetik und Endophänotypen” der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie (DGBP)

Leiter der “Task Force on Genetics” der World Federation of Societies of Biological Psychiatry (WFSBP)

(WFSBP)

Leiter der Task Force „Genetics of Suicide and Neurobiology“ der International Association for Suicide Prevention (IASP)

IASR Fellow of the International Academy of Suicide Research (IASR)

Mitglied des Boards der International Society of Psychiatric Genetics (ISPG)

Mein Interesse an der Alternsforschung

Demenzen und gesundes Altern zählen zu meinen Hauptforschungsrichtungen. Insbesondere bin ich an der Genetik dieser Erkrankungen und Phänotypen interessiert. 2009 konnte erstmals eine genomweite Untersuchung der Alzheimer Demenz an einer sehr großen Patienten- und Kontrollgruppe durchgeführt und drei neue mehrfach replizierte Gene für die Alzheimer Erkrankung gefunden werden. Mit dieser Methode, genomweit nach Risikogenen zu suchen, wurde ein großer Schritt getan, um Ursachen und damit Möglichkeiten einer kausalen Therapie zu detektieren. Viele Nachfolgeuntersuchungen konnten weitere gut replizierte Gene detektieren. Interessanterweise konnten zusätzliche Arbeiten genetische Überlappungen im Bereich der Demenzen und anderer neurodegenerativer Erkrankungen finden. Im Rahmen großer Konsortien, welchen ich angehöre bzw. mit welchen ich zusammenarbeite, z.B. des GERAD-Konsortiums (The Genetic and Environmental Risk in Alzheimers Disease) oder des CHARGE-Konsortiums (The Cohorts for Heart and Aging Research in Genomic Epidemiology) wird weiteren genetischen Fragestellungen nachgegangen.

Ein weiterer Schwerpunkt auf dem Gebiet der Demenzen umfasst innovative Behandlungs- und Biomarkerstudien und hierbei insbesondere Immunisierungsstudien. Bis heute gibt es für Alzheimerpatienten lediglich Medikamente, die den Krankheitsverlauf symptomatisch beeinflussen und nur klinisch um ca. ein Jahr verzögern. Therapien, die den Gedächtnisverlust substanziell verzögern oder gar heilen, gibt es bisher nicht. Die Genetik hat jedoch wesentlich zum Verständnis der Pathophysiologie der Erkrankung beigetragen und geholfen, mögliche kausale Behandlungen zu entwickeln. Gleich mehrere klinische Studien, deren Grundlagen aus dem Verständnis genetischer Risikofaktoren stammen, wurden weltweit, u.a. im eigenen Haus durchgeführt.

Ein dritter Schwerpunkt umfasst den Bereich der Zellbiologie. Zum Einen werden zellbiologische Ansätze unter Verwendung primärer embryonaler neuronaler Kulturen sowie adulter muriner Stammzellen verfolgt. Zum Anderen werden Patienten-spezifische EBV-transformierte Zelllinien sowie primäre Fibroblastenkulturen  hergestellt. Daraus generieren wir induzierte pluripotente Stammzellen u.a. durch Einsatz episomaler Reprogrammierungsvektoren. Diese Zellen werden für die Differenzierung Patienten-spezifischer neuraler Zellen verwendet und mit dem Ziel untersucht, mehr über die Pathophysiologie der entsprechenden Mutationen zu verstehen sowie um gezielte pharmakologische Screens zur Identifikation neuer Therapieansätze durchzuführen. Zusätzlich werden Organkultursysteme, d.h. gehirnähnliche Organoide aus diesen Patienten-spezifischen neuralen Zellen angelegt. Die Generierung und Analyse Patienten-spezifischer neuraler Zellkulturen und Organoide zielt darauf ab, Mutationen hinsichtlich ihrer Funktion genauer zu charakterisieren.

Forschungsschwerpunkte

Genetik dementieller Erkrankungen

Genetik des Alterns

Behandlungsstudien zu dementiellen Erkrankungen

Biomarkerstudien zu dementiellen Erkrankungen

neurale Zellkulturen und Organoide

Ausgewählte Projekte

ROUX: Metabolomic profiling in an old and multi-morbid population: Extended analyses of the population-based CARLA study

2014-2017 Joint Programme - Neurodegenerative Disease Research: PERADES: Defining Genetic, Polygenic and Environmental Risk for Alzheimer’s Disease using multiple powerful cohorts, focussed Epigenetics and Stem cell metabolomics

2016-2018 ROUX: CD33 Sialinsäure Interaktion in der Alzheimer Krankheit

2016-2018 Joint Programme - Neurodegenerative Disease Research: EADB (European AD DNA Bank) A European DNA bank for deciphering the missing heritability of Alzheimer’s disease

2016-2019 BMBF Richtlinie zur Förderung innovativer Stammzelltechnologien für die individualisierte Medizin: „Establishment, validation and standardization of individualized hiPS-based blood brain barrier models for Alzheimer drug development and testing in vitro“

5 ausgewählte Publikationen der letzten 5 Jahre

Hollingworth P…Rujescu D…Williams J. (2011) Common variants at ABCA7, MS4A6A/MS4A4E, EPHA1, CD33 and CD2AP are associated with Alzheimer's disease. Nature Genetics. May;43(5):429-435.

Jonsson T…Rujescu D…Stefansson K. (2013) Variant of TREM2 Associated with the Risk of Alzheimer's Disease. N Engl J Med. Jan10;368(2):107-16.

Lambert JC…Rujescu D…Amouyel P. (2013) Meta-analysis of 74,046 individuals identifies 11 new susceptibility loci for Alzheimer's disease. Nature Genetics. Dec;45(12):1452-8.

Salloway S…Rujescu D…Brashear HR. (2014) Two phase 3 trials of bapineuzumab in mild-

to-moderate Alzheimer's disease. N Engl J Med. Jan23;370(4):322-33.

Steinberg S…Rujescu D…Stefansson K. (2015) Loss-of-function variants in ABCA7 confer risk of Alzheimer's disease. Nature Genetics. May;47(5):445-7.

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